Sekundärliteratur, Pläne und Untersuchungsberichte werden traditionsgemäß für die Schilderung all jener Prozesse dienen, die für die Stadtentwicklung, die regionalökonomische Entwicklung und die Wohnpraxis von Relevanz sind. Statistische Daten werden in vielen Fällen die sozioökonomischen und demografischen Entwicklungen mit Zahlen belegen. Sowohl für Athen, aber vor allem für Berlin ist die Datenlage reich.
Für die eigene Datenerhebung werden qualitative Forschungsmethoden angewendet. Die Humangeographie und darunter vor allem die relativ junge gesellschaftsorientierte Humangeographie werden damit mit wenig erprobten Datenanschaffungsmethoden angereichert. Es gilt also auch dabei etwas weiterzuentwickeln. Die Anwendung episodischer Interviews und verbaler Daten kommt für die Humangeographie einem Experimentierfeld gleich, bei dem der Zugang zum narrativ-episodisches Wissen über Erzählungen erfolgt. Gleichzeitig werden konkret-zielgerichtete Fragen den Zugang zum semantischem Wissen ermöglichen (vgl. FLICK 2008). Mit den episodischen Interviews zu Wohnen, Wohngeschichte und Wohnpraxis will ich mit einem Schlag sowohl die Darstellung von Erfahrungen und Sichtweisen als auch die Erzählung konkreter Situationen und Episoden bewerkstelligen.
Als Interviewpartner werden Gruppen von Wohnpraxis-Akteuren, je nach Interesse und Funktion, in vier Untersuchungsgruppen eingeteilt. Das sind: (1) Nutzer und Bewohner von Wohnhäusern, (2) öffentliche und kommunale Ämter, Stadtplaner und Politiker, sowie (3) der Markt, die Bauunternehmer und Investoren (usw.). Schließlich werden auch (4) freie Experten (Wissenschaftler, Forscher, Initiativen und Beobachter etc.) interviewt.
Durch das thematische Kodieren (vgl. FLICK 2007, S.402f. in Anlehnung an STRAUSS 1991) werden in einem mehrstufigen Vorgehen, gruppen- und ortspezifisch, die Einzelfälle kurz beschrieben, überprüft und ggf. modifiziert, um daraus Kategorien und thematische Bereiche zu entwickeln, die eine thematische Struktur für die Analyse weiterer Fälle ermöglichen soll. In einem weiteren Schritt folgt anhand detaillierter Interpretation einzelner Textpassagen die Feinanalyse von ausgewählten thematischen Bereichen. Schließlich mit der Herausarbeitung der gruppenspezifischen Ergebnisse wird auch eine Grundlage für die Vergleichbarkeit zwischen Athen und Berlin geschaffen werden...
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